Über uns

Im September 1840 stiftete der als Mäzen und Kunstförderer bekannte dänische König Christian VIII. einen Schrank mit 2.568 Münzen an die Universität Kiel, mit dessen Verwaltung Peter Wilhelm Forchhammer (1801–1894) betraut wurde. Wie auch aus entsprechenden Vermerken in der Sylloge Nummorum Graecorum des Dänischen Nationalmuseums in Kopenhagen nachzuvollziehen ist, gingen der königlichen Stiftung bereits seit den 1830er Jahren Münzgeschenke an den König seitens Forchhammers voraus, der diese Stücke von seiner intensiven Reisetätigkeit im Mittelmeerraum mitbrachte. Die genaue Zusammensetzung der Schenkung ist heute unbekannt, doch bildete sie die Grundlage des Münzkabinetts der Antikensammlung, das vermutlich noch heute zu einem Großteil aus diesen Stücken besteht.

In den folgenden Jahrzehnten gelang es Forchhammer bis zu seinem Tod 1894, den Bestand durch den Erwerb weiterer Originale und Nachbildungen zu vergrößern und reichhaltige Korrespondenzen mit Sammlungen, Händlern und Numismatikern zu pflegen. Eine summarische Bestandsliste vom Juli 1908 zählt 2.570 originale antike Münzen, 1.510 Schwefelabdrücke & galvanoplastische Nachbildungen sowie eine unbestimmte Menge mittelalterlicher & neuzeitlicher Original-Stücke.

Mit Verfügung des Ministers der geistlichen und Unterrichtsangelegenheiten vom 14. April 1913, genehmigt im Juni 1913 vom Universitätskurator Kiels, wurden sämtliche mittelalterlichen und neuzeitlichen Stücke an das Kunsthistorische Institut in Kiel überwiesen. Damit nahm das an das Archäologische Seminar angegliederte Münzkabinett endgültig den Charakter einer auf die Antike spezialisierten Lehrsammlung an. Eine weitere Bestandsaufnahme aus dem Juli 1920 vermerkt den Verlust von über 400 Schwefelabdrücken, jedoch nur 25 fehlende antike Originale. Die erstmalige wissenschaftliche Katalogisierung und Referenzierung eines Großteils der Sammlung in Form eines Inventarbuches ist das Verdienst von Volker Zedelius, der um das Jahr 1969 damit eine Bestandsliste der Galvanos von Jürgen Michel (1961) ergänzte.

Das Münzkabinett der Antikensammlung untersteht heute dem Lehrstuhl des Fachbereichs Klassische Archäologie am Institut für Klassische Altertumskunde der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel. Es befindet sich in der Kunsthalle zu Kiel und umfasst über 1.500 originale antike Münzen (1.128 davon inventarisiert), 42 byzantinische, mittelalterliche & neuzeitliche Münzen & Medaillen sowie circa 300 galvanoplastische Nachbildungen & zahlreiche Schwefelabdrücke. Als Lehrsammlung werden die Stücke regelmäßig in Seminare der Klassischen Archäologie integriert.

Zur Geschichte der Antikensammlung zu Kiel empfehlen wir Ihnen: A. Haug (Hrsg.), 175 Jahre Kunstmuseum. Mit einem Verzeichnis der Abgüsse und Nachbildungen in der Antikensammlung, Kunsthalle zu Kiel (Kiel 2015).

 

 

Antikensammlung · Kunsthalle zu Kiel
Christian-Albrechts-Universität zu Kiel

Leitung der Antikensammlung: Prof. Dr. Annette Haug
Kustos: Dr. Manuel Flecker
Programmierung: Dr. Jürgen Freundel, Ilmenau

Wissenschaftliche Betreuung: Dr. Torsten Bendschus

Unter Mitarbeit von Studierenden und studentischen Hilfskräften der Klassischen Archäologie an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel.

Fotos: Nachweise in der Druckansicht bei jedem einzelnen Objekt
Layout: Goldland Media
Karten: Goldland Media, Dr. Jürgen Freundel

Dieses Projekt entstand in Kooperation mit dem Münzkabinett der Staatlichen Museen zu Berlin, die Münzdatenbank und der Onlinekatalog nach der Vorlage des Interaktiven Katalogs des Münzkabinetts der Staatlichen Museen zu Berlin und mit gemeinsamer Stamm- und Normdatenverwaltung im Verbundprojekt "Netzwerk universitärer Münzsammlungen in Deutschland" (NUMiD) für das semantische Web.